07 Jan

Rechtsschutzversicherung wechseln – Achtung!

Vorsicht beim Wechseln einer Rechtsschutzversicherung

Rechtsschutzversicherung wechseln – Achtung!

Eine Rechtsschutzversicherung wechseln birgt gewisse Risiken, die auf den ersten Blick nicht offensichtlich sind und sich aus den allgemeinen Rechtsschutzbedingungen (ARB) ergeben. Ein Wechsel ist sehr genau zu überlegen, zumal bestehende Rechtsschutzversicherungsverträge häufig aufgrund älterer ARB auch noch über einen größeren Versicherungsumfang (z.B. kein Ausschluss für Vermögensveranlagungen) verfügen.

Stark überschätzt als Argument eine Rechtsschutzversicherung zu wechseln wird die sogenannte „Qualität von Versicherern“ – immer raschere Strategiewechsel von Versicherern, hohe Personalfluktuation in den Fachabteilungen der Rechtsschutzversicherer sind nur zwei Aspekte – und auch die Produktunterschiede weisen meistens einen Mehrwert auf, der bei näherer Betrachtung für die Praxis kaum an Relevanz besitzt. Umso mehr ist Vorsicht geboten bei einem allfälligen Wechsel der Versicherung.

Worauf sollte auf jeden Fall beim Wechseln der Rechtsschutzversicherung geachtet werden?

1. Wartezeit

Die ARB beinhalten unterschiedliche Wartezeiten für die verschiedenen Sparten einer Rechtsschutzversicherung. Ohne besondere Vereinbarung mit dem neuen Versicherungsinstitut würden die Wartezeiten von Neuem zu laufen beginnen und als Folge ergäbe sich für den Versicherungsnehmer während der Wartezeit eine deckungsfreie Periode.

Lösung: Wartefristverzicht für alle betroffenen Sparten der Rechtsschutzversicherung vereinbaren

2. Willenserklärungen oder Rechtshandlungen vor Versicherungsbeginn

Gemäß den ARB (Artikel 3.2) besteht kein Versicherungsschutz, wenn eine Willenserklärung oder Rechtshandlung, die den Versicherungsfall auslöst und in die Versicherungsperiode des neuen Vertrages fallen würde, vor Beginn des neuen Versicherungsvertrages vorgenommen wurde.

Lösung: Streichen dieser Bedingung

3. Ablauf der Nachmeldefrist

Wenn der Versicherungsfall in der Versicherungsperiode des Vorversicherers eingetreten ist und die Nachmeldefrist gemäß ARB Art. 3.3 abgelaufen ist, besteht kein Deckungsanspruch im Falle dass der Versicherungsnehmer verschuldet eine verspätete Meldung an den Versicherer abgibt. Auch wenn der Versicherungsnehmer unverschuldet, aber nicht unverzüglich gemäß § 33 VersVG eine Meldung an den Rechtsschutzversicherer tätigt, besteht kein Versicherungsschutz.

Lösung: Besondere Beachtung der unverzüglichen Meldung eines Versicherungsfalles nach einem Wechsel der Rechtsschutzversicherung oder der Einschluss einer prämienfreien, unverfallbaren sowie zeitlich unbegrenzten Nachmeldefrist beim Vorversicherer

Unter Hartmann „Rechtsschutzversicherung – Prüfung von Deckungsablehnungen“ können Sie eine umfassende Darstellung des Umfanges von Rechtsschutzversicherungen erhalten.

Hier können Sie stellvertretend die ARAG ARB downloaden.

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