11 Mrz

Wissenswertes zum Thema Berufsunfähigkeit

Berufsunfähigkeit

Wissenswertes zum Thema Berufsunfähigkeit

Mit Beginn des Jahres 2014 ist die Regelung über befristete Berufsunfähigkeitspensionen ausgelaufen, dafür gibt es Rehabilitation und Umschulung mit Mitwirkungspflicht. Was sich dahinter verbirgt, finden Sie zusammengefasst in den nachstehenden Zeilen.

Begriffe/Definition Berufsunfähigkeit

Das ASVG spricht von Invaliditätspension (bei Arbeitern) oder Berufsunfähigkeitspension (bei Angestellten), das GSVG spricht von Erwerbsunfähigkeitspension (bei Gewerbetreibenden und Selbständigen).

Die versicherte Person gilt als invalid/berufsunfähig, wenn ihre Arbeitsfähigkeit infolge ihres körperlichen oder geistigen Zustandes auf weniger als die Hälfte derjenigen einer körperlich oder geistig gesunden versicherten Person mit ähnlicher Ausbildung und gleichwertigen Kenntnissen und Fähigkeiten in jedem Beruf, auf den sie verwiesen werden kann, herabgesunken ist.

Daraus ergibt sich grundsätzlich, sofern nicht besondere Bestimmungen des Berufsschutzes greifen:

  • bei Gewerbetreibenden/Selbständigen gilt vollständige Erwerbsunfähigkeit als Voraussetzung für die Anerkennung einer Leistung
  • bei Arbeitern und Angestellten gibt es ein Verweisungsrecht der Sozialversicherung auf andere Berufe mit der speziellen Problematik, dass es für diesen Beruf möglicherweise keine freien Stellen gibt.
Leistungsfall

Was gilt als Versicherungsfall mit geminderter Arbeitsfähigkeit bzw. Erwerbsfähigkeit? Eine versicherte Person hat Anspruch auf Leistung, wenn

  • kein Anspruch auf berufliche Rehabilitation besteht oder diese Maßnahmen nicht zweckmäßig bzw. zumutbar sind
  • die Invalidität bzw. Berufsunfähigkeit voraussichtlich sechs Monate andauert
  • die Wartezeit (Mindestversicherungszeit) erfüllt ist
  • die Voraussetzungen für eine Alterspension noch nicht erfüllt sind

Es gilt der Grundsatz: berufliche oder gesundheitliche Rehabilitation vor Pension.

Die Höhe der Pension richtet sich nach dem Pensionskonto bzw. den Richtsätzen der Ausgleichszulage.

Allgemeine Anspruchsvoraussetzungen – Wartezeit:

  • vor dem 27. Lebensjahr: 6 Versicherungsmonate
  • bis zum 50. Lebensjahr: mindestens 25 Versicherungsjahre oder mindestens 5 Versicherungsjahre in den letzten 10 Jahren oder mindestens 15 Beitragsjahre vorhanden
  • ab dem 50. Lebensjahr: für jeden Lebensmonat nach dem 50. Lebensjahr kommt zu den 5 Versicherungsjahren ein Monat dazu
  • die Wartezeit ist erfüllt bei einem Arbeits- oder Dienstunfall
Ablauf

Zunächst muss ein Antrag auf Feststellung der Leistung gestellt werden, ob Invalidität oder Berufsunfähigkeit oder Erwerbsunfähigkeit voraussichtlich dauerhaft vorliegt.

Danach erfolgt eine ärztliche Begutachtung mit Feststellung der Leistungsfähigkeit.

Als Ergebnis können 3 Fälle auftreten:

Situation 1: dauernde Invalidität/Berufsunfähigkeit/Erwerbsunfähigket – Bescheid (Pensionsversicherungsträger) über Gewährung der Leistung

Situation 2: vorübergehende, mindestens 6 Monate andauernde Invalidität/Berufsunfähigkeit/Erwerbsunfähigkeit – Bescheid (Pensionsversicherungsträger) ohne Pension, aber Anerkennung von Rehabilitations- bzw. Umschulungsgeld und Durchführen von gesundheitlichen bzw. beruflichen Rehabilitationsmaßnahmen. Es besteht Mitwirkungspflicht der versicherten Person. Die medizinischen Maßnahmen werden spätestens nach 1 Jahr überprüft. Die erforderlichen Maßnahmen, Berechnungen der Leistungshöhe und Auszahlungen erfolgen entweder durch den Krankenversicherungsträger oder durch das Arbeitsmarktservice.

Situation 3: nicht invalid/berufsunfähig/erwerbsunfähig – Bescheid (Pensionsversicherungsträger) ohne Pension

Berufsschutz

Der Berufsschutz ist maßgebend für das Verweisungsrecht der Sozialversicherung auf andere Berufe.Für die drei unterschiedlichen Erwerbsarten gelten verschiedene Regelungen.

Arbeiter:

  • Facharbeiter – Verweisung innerhalb der Berufsgruppe (Berufsschutz)
  • Hilfsarbeiter – kein Berufsschutz, allerdings ab dem 50. Lebensjahr Härtefallregelung und Berufsschutz
  • generell ab dem 59. Lebensjahr – strenger Berufsschutz

Angestellte:

  • Verweisung innerhalb der Berufsgruppe (Berufsschutz)
  • ab dem 59. Lebensjahr – strenger Berufsschutz

Gewerbetreibende/Selbständige:

  • Verweisung auf den allgemeinen Arbeitsmarkt
  • ab dem 50. Lebensjahr – Härtefallregelung und Berufsschutz
  • ab dem 59. Lebensjahr – strenger Berufsschutz

Zusätzliche Informationen zum Thema Berufsunfähigkeitspension können bei der PVA nachgelesen werden.

Ein nützliches Instrument zur überschlagsmäßigen Berechnung einer allfälligen Pensionslücke liefert der BU-Rechner.

Gerade bei jüngeren und gutverdienenden Personen ist der Einkommensverlust in aller Regel sehr hoch und sollte durch ein flexibles Konzept (siehe auch Beitrag über HDI-Lebensversicherung oder Auswahl Berufsunfähigkeitsversicherung) abgefedert werden.

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